Was ist konduktive Förderung genau?

Petös Behandlungsphilosophie

Das von Petö entwickelte Konzept der konduktiven Förderung und Erziehung, in dessen Mittelpunkt der Aspekt der ganzheitlichen Behandlung steht, stellt eine Rehabilitationsform dar, deren Ziel die maximale Unabhängigkeit von anderen Personen und technischen Hilfsmitteln, sowie die soziale Integration und Inklusion der Betroffenen ist.

Das behinderte Kind soll in der Gruppe und individuell zu einer weitestgehend selbständigen Lebensführung motiviert werden. Petö geht dabei von der Erfahrung aus, dass sprachliche Steuerungsfunktionen für das erkenntnisorientierte Lerngeschehen von außerordentlicher Bedeutung sind. Rhythmisches Intendieren, d.h. das Verinnerlichen von Verhaltensmustern und Handlungsabläufen, kann diesen Zuwachs an Fähigkeiten nachhaltig unterstützen.

Er war der Meinung, dass die Beeinträchtigung der Orthofunktion die Folge der Schädigung des zentralen Nervensystems ist, wobei sich die entstandene Bewegungsstörung als Lernhindernis darstellt, die kompensiert werden kann. Dazu bedarf es einer intensiven Förderung der Eigenaktivität der Kinder.

Rehabilitationsziele

  • Erwerb motorischer Fähigkeiten wie Sitzen, Stehen, Laufen, Feinmotorik sowie koordinative Eigenschaften
  • Entwicklung von Fähigkeiten im intellektuellen und sozial-emotionalen Lernbereich (Sprache, Kulturtechniken, psycho-soziales Verhalten)
  • Erwerb von lebenspraktischen Fähigkeiten (Essen, Ankleiden, Hygiene)

Die Vermittlung dieser vorrangigen Handlungskompetenzen soll die Voraussetzung dafür schaffen, dass ein Zurechtfinden in einer altersadäquaten Umgebung wie Kindergarten, Schule, Ausbildung und Beruf ohne größere Unterstützung möglich wird.

Ziel ist auch hier die Schaffung von Voraussetzungen für eine gleichberechtigte Teilhabe in allen Bereichen des privaten, beruflichen und gesellschaftlichen Lebens.