Was ist konduktive Förderung genau?

Elternstimmen

… Robert, seit seiner Geburt mehrfachbehindert (Annelie H. / betroffene Mutter)
Mein Sohn Robert ist von Geburt an schwer mehrfachbehindert. Ich habe seit dieser Zeit die verschiedensten Therapien wie z.B. Bobath, Vojta ausprobiert, ohne einen signifikanten Fortschritt. Dann hörte ich von der Petö-Methode und entschied mich für die konduktive Förderung, die ganz in meiner Nähe durch den Verein Ponte Kö e.V. angeboten wurde. Seit dem Sommer 1999 nahm Robert, obwohl schon neunjährig, an allen konduktiven Förderwochen des Vereins teil. Ich kann nur sagen, dass er durch diese Form der Therapie die größten Fortschritte gemacht hat. So kann er einen Toilettengang melden, selbständig essen, Treppen steigen, mit Hilfe eines Rollators laufen und hat dadurch ein Stück Lebensqualität gewonnen. Das Verblüffende ist, dass er nach 10 Jahren immer noch motiviert ist und sich auf die Therapie und „seine“ Kinder und Konduktore freut.
Die Gruppe, diese Gruppenarbeit ist bei der konduktiven Förderung das Wesentliche. In Gruppen arbeiten – wahrscheinlich das Ideal und die beste Motivation für die Kinder.

 

… Marika, Ertrinkungsunfall (Uta G. / betroffene Mutter)
Unsere Tochter Marika ist nach einem Ertrinkungsunfall im Alter von 2 Jahren schwer mehrfachbehindert und benötigt Therapien verschiedener Art. Aus diesem Grund nahmen wir die Möglichkeit wahr, mit Hilfe der konduktiven Förderung (Therapie nach A. Petö) die notwendige Unterstützung zu geben.
Seit 1997 nahmen wir an den Förderwochen in Budapest und ab dem Jahr 2001 nehmen wir regelmäßig die Therapieangebote des Vereins Ponte Kö in Bad Kösen bzw. jetzt in Weißenfels war.
Das Besondere an dieser Therapieform ist Ganzheitlichkeit, d.h. Krankengymnastik wird kombiniert mit Ergotherapie und Logopädie angeboten. Diese Verknüpfung wird anhand des „normalen“ Tagesablaufes in einer Einmaligkeit absolviert wie es auch zu Hause und in der Schule angewandt werden kann. Durch das Gruppenprogramm spornen sich die Kinder gegenseitig zu Höchstleistungen an. Andererseits wird aber auch ein Individualprogramm in den therapeutischen Tagesablauf eingebaut, welches direkt auf jedes Kind in seiner speziellen Beeinträchtigung zugeschnitten ist.
Die Freude an dieser Therapie wird durch die Konduktoren immer wieder aufs Neue erreicht.

 

…Emil, Frühgeborenes (Grit H. / betroffene Mutter)
Unser Sohn Emil (5 Jahre) kam 8 Wochen zu früh auf die Welt, musste nach der Geburt beatmet werden und hat vermutlich aufgrund der Frühgeburtlichkeit einen Sauerstoffmangel erlitten.  Nachdem alle motorischen Fortschritte eines Säuglings sich bei ihm sehr verzögert einstellten (Drehen, Sitzen, Robben, Krabbeln, Laufen), wurde im Alter von 1,5 Jahren die Diagnose Zerebralparese mit beinbetonter Tetraparese/Spastik gestellt.

Seit Emil 1 Jahr alt war, waren wir in physiotherapeutischer Behandlung (Bobath). Im Alter von 2,5 Jahren konnte Emil noch nicht alleine laufen, lediglich krabbeln oder ein paar Schritte an der Hand laufen. Die Empfehlung der Physiotherapie war ein Walker.  Zur selben Zeit hatten wir den ersten Kontakt zur Petö-Therapie. Die Konduktoren haben Emil innerhalb kürzester Zeit vom Walker an die 4-Punkt-Stützen gebracht. Das war ein riesiger Fortschritt, da er da das erste Mal seine Beine richtig belasten musste und über den nächsten Schritt nachdenken musste.

Seit dieser Zeit, nehmen wir regelmäßig an der Petö-Therapie teil. Dadurch hat Emil das Laufen an 4-Punkt-Stützen, dann an 1-Punkt-Stützen und seit 1,5 Jahren das freie Laufen gelernt. Er ist viel stabiler geworden, hat Spaß am Laufen, geht selbstständig zur Toilette, kann allein essen und sich an- und ausziehen.

Petö ist für unsere gesamte Familie ein Riesen-Gewinn, da Emil dadurch die größten Fortschritte in der Motorik, aber auch im Selbstbewusstsein und in der Selbstständigkeit gemacht hat.

 

…Vincent, neurologische Entwicklungsstörung (Yvonne S. / betroffene Mutter)
Unser Sohn Vincent (6 Jahre) leidet seit Geburt an einer neurologischen Entwicklungsstörung und   kann bisher nicht frei laufen. Durch Eltern anderer betroffener Kinder sowie unseren behandelnden   Arzt haben wir von den guten Therapieerfolgen der konduktiven Förderung beim Krankheitsbild   unseres Sohnes erfahren. Im Herbst 2014 und Anfang 2015 haben wir dann zweimal an den vom Verein PonteKö in Weißenfels organisierten Therapiewochen teilgenommen. Zu Beginn der Therapie konnte Vincent nur mit zwei Vierpunkt-Stützen laufen und benötigte noch viel Unterstützung bei allen täglichen Verrichtungen. Nach diesen 2 Therapieblöcken kann Vincent nun sicher an zwei Einpunkt-Stützen laufen und ist in dieser Zeit auch bei vielen anderen Tätigkeiten des alltäglichen Lebens, z. B. beim Essen und Anziehen, sicherer und deutlich selbständiger geworden.  Auch die behandelnden Ärzte zeigten sich tief beeindruckt von den Entwicklungsfortschritten, die bereits nach zweimaliger Teilnahme an den Förderwochen in Weißenfels erzielt werden konnten.

Sowohl die im motorischen als auch im sozialen Bereich erzielten Fortschritte haben uns von dem   Petö-Konzept überzeugt und wir werden unserem Sohn auch in Zukunft die Teilnahme an den   konduktiven Förderwochen ermöglichen. Auch den professionellen Petö-Therapeuten, die zu den   Förderwochen aus Ungarn kommen, sowie den vielen ehrenamtlichen Helfern rund um den Verein   Ponte-Kö möchten wir an dieser Stelle herzlich für ihr Engagement danken. Wir hoffen, dass viele   andere Eltern behinderter Kinder von den Erfolgen der Petö-Therapie erfahren und dass auch die   Sozialämter bei der Kostenübernahme für diese Therapie im Sinne der Kinder und Jugendlichen   entscheiden.

… Stefanie, Mehrfachbehindert (Birgit L. / betroffene Mutter)
Erste Auffälligkeiten wurden bei Stefanie im Alter von 6 Monaten festgestellt, jedoch bis heute gibt es keine eindeutige Diagnose.
Durch Mundpropaganda erfuhren wir von Petö und den von Ponte Kö veranstalteten Sommerförderwochen. Seit dieser Zeit nimmt Stefanie regelmäßig an den dreimal jährlich stattfindenden konduktiven Förderwochen teil.
Durch die Therapie nach der Petö-Methode entwickelte sich ihr Sprachverständnis merklich, ihre Konzentrationsfähigkeit verbesserte sich und auch ihr Integrationsvermögen hat deutlich zugenommen. Sie ist heute in der Lage, trotz Behinderung viel Alltägliches selbständig zu erledigen.
Ihren hohen Bewegungsdrang kann sie beim Sport am besten ausleben – was sie mit einem ersten Platz beim Rollstuhlrennen bewies. In den letzten Jahren benötigte Stefanie keine zusätzliche Physio- und Ergotherapien, was eindeutig für die Qualität und Effektivität der konduktiven Förderung spricht.